Eine wettermäßig durchwachsene Saison, aber trotzdem tolle Flüge und vor allem alles unfallfrei!

Die Saison 2019/20 begann mit absolutem Hammerwetter. Schon Ende Oktober war das auf den Wetterkarten zu sehen. Leider konnten das nur wenige nutzen, weil in Pokweni noch recht wenige Piloten waren.


Danach gab es eine lange Phase, in der die Richtung schon morgens klar war: „Gobabis“ war das Zauberwort. Vielfach blau bzw. Wolken erst in 200 km Entfernung – das bremste die Begeisterung doch etwas. Entweder bedeutete das, sich lange in sehr niedrigen Höhen nach Osten zu kämpfen, dort an den Wolken zwar vorzügliche Verhältnisse anzutreffen und mit guter Thermik und Höhen um die 5000m zu fliegen, allerdings musste man eine ausreichende Reserve für den Rückweg einplanen, da nicht klar war, wann die Blauthermik endete und wie stark der Südwester abends mitspielen wollte. Oder man flog erst entsprechend später los, um es etwas komfortabler (höhere Basis + etwas stärkere Bärte) zu haben, hatte dann aber das Problem, dass man gar nicht erst an die Wolken gelangen konnte.

Es gab viele Strecken, die weit nach Norden reichten und die Möglichkeit, das Segelfluggebiet zu verlassen ausgiebig nutzten. Daran zeigte sich, dass diese noch recht junge Erweiterung der fliegerischen Möglichkeiten insgesamt sehr günstig ist.

 

Ein richtiger Supertag war dann der 27. 11. Schon früh war da mit Wolken zu rechnen, zunächst auch wieder in den NE, aber da nutzbare Gebiet reichte weit in den SE und gegen Abend reichte es sogar fast bis zum Gamsberg. Und so gab es etliche wirklich große Strecken mit entsprechender Basis (über 5500 m). So waren die größten Strecken dann auch 1400 und 1300 km. Das machte wieder Lust auf mehr! Es ging in den nächsten Tagen bis Ende November auch ähnlich weiter.

 

Aber Anfang Dezember schlug das Wetter um. Es gab fünf Tage mit fast aufliegender Bewölkung und Nieselregen – eine absolute Seltenheit in Namibia! Und danach erholte sich die Lage recht langsam, weil nun der Untergrund feucht war und dadurch die Thermik unzuverlässiger wurde.

 

So waren die ersten Flüge nach dieser Feuchtphase eher schwierig, weil auch die Basis niedriger war und das Steigen schwieriger zu finden war. Immerhin gab es gegen Ende Dezember einige Tage, an denen auch die „Kante“ ging, allerdings mit wenig komfortablen Höhen über Grund.


Weiter ging es mit eher mittelprächtigem Wetter im ersten Teil des Januars. Ganz ordentliche Tage wechselten mit eher mageren Tagen.  Nach und nach wurden die Flugzeuge in die Container gepackt. Und als nur noch ganz wenige Flugzeuge am Start waren, gab es wieder richtig gutes Wetter. Die Basishöhen waren nicht überragend, aber die Möglichkeit am Escarpment zu fliegen, entschädigte für weniger optimale Tage.


Fazit der gesamten Saison: Das Wetter ließ doch etwas zu wünschen übrig. Trotzdem wurde viel daraus gemacht, das machen eine ganze Reihe sehr guter Flüge klar. Aber vor allem war es eine unfallfreie Saison – und Spaß gemacht hat es trotzdem!

Der Flugplatz

Der Flugplatz besteht aus der knapp 2,7 km langen Bahn (Richtung: 35 bzw. 17) und der Pfanne (Richtung: 23 bzw. 05).

In Verlängerung der Startbahn 35 findet sich eine 50 m breite und 1400 m lange Notlandebahn, so dass bei einem etwaigen Motorausfall eine Landung geradeaus problemlos möglich ist.

Pokweni liegt in einer Höhe von 1.250 m und hat die Koordinaten S 23° 39' 00'' E 17° 43' 48''.

Gestartet wird normalerweise auf der 35. Das Besondere der Starts auf der 35 ist, die hohe Festigkeit der Pfanne, die völlig hindernisfrei und vollkommen ohne Steine eine schnellere Beschleunigung ermöglicht.

Bei starkem Wind aus der entsprechenden Richtung können die Einsitzer auch schon mal auf der 05 bzw. der 23 starten. Zur Landung stehen alle Bahnen zur Verfügung, bevorzugt wird abends oft die 05.

Auch wenn die Pfanne mal nach einem großen Schauer voll Wasser gelaufen ist, ist das Fliegen in Pokweni kein Problem. Gestartet und gelandet wird dann auf der langen Bahn (35 bzw. 17) und über einen Bypass werden die Flugzeuge vom Schattennetz dorthin gebracht.

Schattennetz schützt vor der Sonne

Seit nun schon mehr als zehn Jahren gibt es ein Schattennetz, unter dem die Flugzeuge stehen können.

Dies ist für die Flugvorbereitung sehr praktisch. Nimmt das Schattennetz doch etwa 60 % der Sonnenstrahlung auf. So können die Piloten in aller Ruhe alles Notwendige erledigen - im Schatten.

Natürlich sind auch die Flugzeuge auf diese Weise besser vor der UV-Strahlung geschützt.

Im Herbst 2018 wurde das Schattennetz noch einmal um 60 m verlängert,
so dass jetzt wirklich für alle Flugzeuge Platz ist. Insgesamt sind es
jetzt 330 m Schattennetz.

Luftraum aktuell

Inzwischen haben sich die Luftraumstrukturen in Namibia gefestigt und es gibt einen klaren Rahmen. Grundlage ist das Segelfluggebiet (Gliding Area) , das bis zu FL 195 reicht. Darin einige TMZs, die nur mit Transponder und Hörbereitschaft beflogen werden dürfen.

Was jetzt wieder möglich ist, ist das Verlassen des Segefluggebietes nach Norden bis zu FL 145 (Achtung!). Mit etwas Umsicht lassen sich dadurch schöne Flüge gestalten.

Der Einflug nach Botswana ist bis zu 2 1/2° gestattet und der Südafrika-Zipfel bis zum Lendpas ist ebenfalls befliegbar. Beide Bereiche bis FL 195.

Genaue Einzelheiten finden sich auf der Seite der SSN (Soaring Society Namibia). Dort finden sich alle Angaben und auch Dateiene zum Herunterladen (s. Links).